01.10.2015

Wir unterstützen den Cottbuser Appell

Im Rahmen der Mitgliedsversammlung der Bundesarbeitsgemeinschaft Schulgarten (BAGS) wurde der Cottbuser Appell verabschiedet. Als Mitglied der BAGS und Verfechter für mehr Schulgärten und Lernorte in der Natur unterstützen wir diesen Appell ausdrücklich!

 

Cottbuser Appell

1. Nachhaltiges Handeln und Wirtschaften entscheiden über unsere Zukunftsfähigkeit. Natur- und Umweltbildung sind deshalb überlebenswichtig und müssen  bereits in jungen Jahren zum Alltag gehören. Die Entfremdung von der Natur  muss gestoppt werden!     

2. Natur- und Umweltbildung verlangen Lernorte, die die Begegnung mit der Natur  erlebbar machen und praktische Kompetenzen vermitteln. Der Schulgarten ist  ein solcher Lernort; er ist pädagogisch und didaktisch hervorragend geeignet,  Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) zu fördern und praktische Fähigkei- ten im Umgang mit der natürlichen Umwelt zu vermitteln.     

3. Auch der KITA-Garten ist für eine erste Begegnung mit dem natürlichen Umfeld  von unschätzbarem Wert. Kenntnisse und Fertigkeiten im Umgang mit der Natur  in frühester Jugend prägen später die Einstellung zur lebendigen Umwelt.      

4. Schul- und KITA-Gärten sollen nicht Umweltinseln auf dem Gelände ihrer Einrichtungen sein, sondern sind vielmehr einzubetten in ein „grünes Kleid“, das alle Bereiche erfasst, insbesondere die Spielflächen und Schulhöfe. Das fördert  und stärkt zugleich die Biodiversität und ihre Erlebbarkeit.     

5. Natur- und Umweltbildung in Schul- und KITA-Gärten sollen sich darüber hinaus auf ein Netzwerk von weiteren Einrichtungen und der in ihnen tätigen Fachkräfte stützen können: z.B. Schulbiologie-Zentren, Naturschutzverbände und -stationen, Kleingartenanlagen, Obst- und Gartenbauvereine, Botanische Gär- ten. Durch Zusammenwirken von Eltern, Lehrern und Schülern ist ein positives  Klima der Kreativität und Hilfsbereitschaft anzustreben.     

6. Schul- und KITA-Gärten leisten für die Bildung junger Menschen weit mehr als  nur Kenntnisse und Fertigkeiten in Sachen Natur und Umwelt. Sie sind vielmehr  mulifunktionale Lernorte. Schulgartenarbeit fördert nachweislich gesunde Ernährung und motorische Entwicklung.     

7. Die Arbeit in Schul- und KITA-Gärten unterstützt die Integration von Menschen  unterschiedlicher Herkunft und Weltanschauung – angesichts steigender Zu- wanderung besonders dringlich – und fördert die Inklusion von Kindern und jungen Menschen mit besonderem Förderbedarf.  Sie unterstützt auch solche Kompetenzen, die im Leben junger Menschen und  für unsere Gesellschaft immer wichtiger werden, wie z.B. Verantwortung über- nehmen und Kreativität entwickeln.     

8. Schulgartenarbeit erfordert pädagogische und fachdidaktische Betreuung sowie  deren Einbindung in die Schulorganisation. Dies verlangt eine qualifizierte Aus-,  Fort- und Weiterbildung der Lehrkräfte. Ziel ist die Verankerung des Schulgartenunterrichts in allen Lehr- bzw. Bildungsplänen und die Ausstattung der Schu- len und KITAS mit entsprechendem Personal, Sachmitteln und Geld.     

9. Vorhandene Schul- und KITA-Gärten sind zu sichern und zu reaktivieren. Dazu  eignen sich z.B. Schulgarteninitiativen und Wettbewerbe, die gemeinsame Anstrengungen der Schul- und KITA-Gemeinschaft unterstützen. Neue Schul- und  KITA-Gärten sind möglichst auf dem Gelände im Zusammenhang mit einer ökologischen Umgestaltung anzulegen. Partnerschaften mit Gärten in der Nachbar- schaft oder Kleingartenanlagen sind geeignete Wege.     

10. Die außerordentlich positiven Effekte und Erfolge der Arbeit in Schul- und KITA- Gärten verdienen öffentliche Anerkennung. Die Arbeit wird gegenwärtig durch  große Leistungsbereitschaft der Lehrkräfte und ErzieherInnen erbracht und ist  auch dem ehrenamtlichen Engagement der Eltern zu verdanken. Das wird den  großen bildungspolitischen Herausforderungen, denen sich Schulen und KITAS  annehmen müssen, nicht gerecht. Die Arbeit in und mit Schul- und KITA-Gärten  verlangt deshalb die volle Unterstützung und finanzielle Förderung durch die  Träger der Einrichtungen und die öffentliche Hand!


Mehr Informationen hier: Bundesarbeitsgemeinschaft Schulgarten

© Ackerdemia - Die GemüseAckerdemie
Menu